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Leiningerland  ist laut Studie „ spitze”

 

GRÜNSTADT: Lob für Unternehmensbeteiligung beim  Ile-Prozess - Im bundesweiten Ranking der Impulsregionen vorn

Das  Leiningerland ist spitze. Zumindest nach einer Untersuchung des Nova-Instituts für Ökologie und Innovation in Hürth. In einer einjährigen Studie sind die Wissenschaftler in allen bundesweit 366 Impulsregionen der Frage nachgegangen, inwieweit Unternehmen in die Entwicklungsprozesse zur Förderung ländlicher Gebiete eingebunden werden. In drei von vier Kategorien  ist das  Leiningerland führend: auf dem zweiten, dritten und fünften Platz.
In der Steuerungsgruppe des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzepts... in den Arbeitskreisen sowie den Fach- und Projektteams seien Firmen stark vertreten, bilanziert Nova-Geschäftsführer Dirk Schubert nach der Untersuchung, die im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz durchgeführt wurde. Zwei der vier AGs „Tourismus”, „Landwirtschaft und Weinbau”, „Regionale Wirtschaft” sowie „Verkehr und Energie” hätten einen direkten Bezug zur Ökonomie. Schubert zählt 46 beteiligte Betriebe. Nur in einem Viertel der Impulsregionen seien Firmen überhaupt in den Entwicklungsprozess integriert, berichtet er...
Aufgrund seiner guten Bewertung sei das  Leiningerland mit fünf anderen Modellregionen (Hesselberg in Bayern, Vogelsberg in Hessen, „Gebiet zwischen Elbe und Havel” in Sachsen-Anhalt, Saalfeld-Rudolfstadt in Thüringen und Dübener Heide in Sachsen/Sachsen-Anhalt) genauer erforscht worden, erläutert Schubert. Drei Projekte seien hinsichtlich Firmenbeteiligung besonders hervorzuheben: „Ausbildung und Qualifizierung” mit den drei Teilen Praktikumsbörse, Bewerbertraining und Netzwerke Unternehmen - Schulen, „Innovative Energieregion” und die „Breitbandoffensive”.
Die Motivation der Betriebe, sich zu beteiligen, sei sehr unterschiedlich, so Schubert. Vor allem die größeren wie die Südzucker AG wollten in erster Linie dazu beitragen, ihren Standort für die Zukunft attraktiv zu machen. Die kleineren Firmen versprächen sich von den Projekten unter anderem die Sicherung des Marktzugangs oder die Erweiterung des Kundenstamms. Dirk Schubert nennt fünf Faktoren, die für die breite Unternehmensbeteiligung im  Leiningerland gesorgt haben: Zunächst bescheinigt er Peter Dell, Geschäftsführer des Landauer Beratungszentrums Kobra, ein „kompetentes Regionalmanagement mit unternehmerischem Verständnis, klarer Nutzenorientierung und schnellen Teilerfolgen”.
Zum Zweiten habe wesentlich zum Erfolg beigetragen, dass gleich zu Beginn des  Ile-Prozesses ökonomische Zielsetzungen klar formuliert worden seien und die Einbindung von Firmen Priorität gehabt habe. Drittens hätten der Vorsitzende der Steuerungsgruppe, Reinhold Niederhöfer, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Grünstadt-Land, der die Ile-Geschäftsführung obliegt, sowie der Regionalmanager die Betriebe adäquat und mit dem nötigen Fingerspitzengefühl angesprochen. Darüber hinaus seien die Unternehmen nicht komplett eingebunden worden, sondern lediglich in Bereiche, die deren Handlungslogiken entsprächen. „Und schließlich konzentriert man sich im  Leiningerland auf das unter gegebenen Rahmenbedingungen Machbare”, sagt Schubert. Die Ergebnisse der Fallstudie sollen bundesweit publiziert und in einen Leitfaden für alle Impulsregionen aufgenommen werden. Außerdem werden sie als Handlungsrichtlinie für das Bundeslandwirtschaftsministerium Verwendung finden.

 

Die Rheinpfalz, 13.04.2011