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Mit kleinen Schritten etwas für Kinder tun

BÜDINGEN: Modellprojekt Familienstadt mit Zukunft bescheinigt insgesamt 31 Büdinger Betrieben die Familienfreundlichkeit

Zufrieden ist Daniela Wüstenbecker-Russell, Leiterin des Modellprojekts der hessischen Landesregierung „Familienstadt mit Zukunft“, mit der ersten Runde der Zertifizierung familienfreundlicher Betriebe in Büdingen. Allen 31 Unternehmen, die sich beworben hatten, konnte die Familienfreundlichkeit bescheinigt werden.

Bürgermeister Erich Spamer betonte bei der Übergabe der Zertifikate, dass allein schon das Modellprojekt und der Prozess der Zertifizierung eine positive Entwicklung bedeute. Auch er selbst habe durch die Beschäftigung mit dem Thema „Familienstadt mit Zukunft“ Familien mehr Aufmerksamkeit gewidmet. „Man kann mit vielen kleinen Schritten etwas für Kinder tun.“

Ähnlich äußerte sich auch Wüstenbecker-Russell. Deshalb habe es bei der Zertifizierung nicht so sehr einzelne Kriterien gegeben, die unbedingt erfüllt werden mussten. Vielmehr seien nach einer Liste Punkte vergeben worden. Durch positive Bewertung in einigen Bereichen habe man so Defizite an anderer Stelle ausgleichen können. Die Projektleiterin hob hervor, dass in Büdingen im Unterschied zu ähnlichen Zertifizierungsprojekten die Entwicklung der Kriterien und die tatsächliche Bewertung kein von oben aufgesetztes Programm, sondern ein mit großer Bürgerbeteiligung entwickelter Prozess gewesen sei. Dabei hätten neben dem Projekt Familienstadt mit Zukunft unter anderem die Kinderlobby, der Gewerbeverein, das Tourismusbüro und die Berufsschule mitgewirkt. Neben einer besseren Akzeptanz sichere dies auch, dass die Familienfreundlichkeit sehr praxisgerecht bewertet worden sei.

Diese große Bürgerbeteiligung fand auch in der Gestaltung des Logos, mit dem die zertifizierten Betriebe gekennzeichnet werden, ihren Niederschlag. Es wurde aus den Vorschlägen mehrerer Eltern und Kinder entwickelt...

Bernhard Tessari, der die Zertifizierung begleitet, erklärte, dass die Bewertung und in deren Verlauf die Gespräche über die Bedürfnisse von Familien in einigen Unternehmen direkte Auswirkungen gehabt hätten.

Während die meisten Betriebe die Bedingungen auf Anhieb erfüllt hätten, hätten sich andere durch die Zertifizierung stärker mit den Anforderungen auseinandergesetzt und diese durch meist kleine Verbesserungen ohne große Kosten schließlich erfüllt. Den Sinn der Überprüfung und Bewertung zeigten Negativbeispiele, die während des Prozesses zur Sprache kamen.

So berichteten Eltern, dass es auch in Büdingen Geschäfte gebe, die Kindern die Benutzung der Toilette verweigerten oder Geld dafür verlangten.

„Wir müssen darauf achten, dass das weiterlebt“, erklärt Tessari. Deshalb werde die Gültigkeit der Bewertung später überprüft werden. Die jetzt vergebenen Zertifikate seien aber ein guter Einstieg in eine familienfreundlichere Stadt. Denn die Liste sei durchaus ausbaufähig...

Interessenten für eine Zertifizierung können sich bei dem Modellprojekt Familienstadt mit Zukunft unter der Telefonnummer 06042/9534101 oder -102 oder der E-mail-Adresse PZ@familienstadt-buedingen.de melden.

Kreis Anzeiger, 29.06.2011