Familienstadt mit Zukunft: Auftakt zur Spielleitplanung
Büdingen: Schon das Titelbild der Präsentation, mit der Bernhard Tessari, der mit seiner Firma Kobra die Erarbeitung der Spielleitplanung organisiert, macht das Problem deutlich. Eltern mit Kinderwagen warten an der Sandsteinbrücke vor dem Jerusalemer Tor, bis eine Kette von Fahrzeugen endlich den Weg zur Altstadt freigibt. Das Bild gehört zum Büdinger Alltag: Neben den Autos finden dort Fußgänger nur wenig Platz.
"Ein Weg zur bürgerfreundlichen Stadt", verspricht Tessari, dass nicht nur die Kinder, sondern alle Menschen in Büdingen von dem veränderten Blick auf ihre Lebensverhältnisse profitieren können. Bis zum Herbst soll die Stadt aus Kindersicht auf ihre Stärken und auf ihre Schwachstellen untersucht werden.
Bei der Auftaktveranstaltung am heutigen Dienstag, 26. Januar ... soll der Prozess und der zeitliche Ablauf sowie das Ziel des Prozesses genau vorgestellt werden ... Tessari möchte bei dieser Gelegenheit auch möglichst viele freiwillige Helfer finden, die die Dokumentation der Stadt aus Kindersicht begleiten sollen. Beobachtungen der Kinder sollen in Fotos und Videofilmen festgehalten werden.
Anhand eines Fragebogens soll gemeinsam mit Schulklassen die Umwelt der Kinder auf Streifzügen erkundet und beschrieben werden. Diese Erkenntnisse fließen auch in den Kinderstadtplan ein, der spätestens im Sommer zum Altstadtfest vorgestellt werden soll. Dieser Plan bietet auch Kindern, die die Stadt besuchen, die Möglichkeit, sich in Büdingen zurecht zu finden und interessante Plätze zu entdecken.
Häufig betrachten nämlich Kinder ihre Umwelt mit einem anderen Blick als Erwachsene. Was dem Erwachsenen schön ordentlich erscheint, ist für Kinder vielleicht langweilig. Verwilderte Natur, in der Erwachsene nur Unkraut sehen, kann für Kinder ein interessanter Spielplatz sein. Die Spielleitplanung will diesen unterschiedlichen Blick auf die Stadt erfassen. Die Dokumentation soll als Grundlage für spätere Planungen dienen, damit Plätze, die Kindern wichtig sind, nicht einfach verschwinden können.
Für die Umsetzung der Kinderspielleitplanung sieht Tessari in Büdingen günstige Voraussetzungen. Schließlich seien bereits in anderen Arbeitsgruppen wie dem Stadtumbau oder der IG Radwege Schritte zu einer bürgerfreundlichen Stadt gemacht worden. Die Spielleitplanung verstehe sich als Ergänzung dazu. Deshalb gelte es auch, zu betrachten, welche Themen in den übrigen Gruppen schon angesprochen worden seien.
www.familienstadt-buedingen.de
Kreis-Anzeiger Büdingen, 26.01.2010
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