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Schulkinder sollen ihre Heimat schätzen lernen

Schüler beschäftigen sich mit ihrem Wohnort

Durch ein neues landesweites Projekt sollen sich saarländische Schulkinder stärker mit ihrem Wohnort identifizieren. Wichtig sei aber auch, dass die Eltern einbezogen werden, sagen die Veranstalter.

 

Wie sieht eigentlich meine Straße aus? Was gefällt mir, was nicht so? Wie viele Bäcker oder Zebrastreifen gibt es in meinem Viertel? Sind meine Eltern und ich in einem Verein?

Mit Fragen wie diesen werden sich fünf Klassen vier saarländischer Grundschulen in den nächsten beiden Jahren beschäftigen: „Schulkinder machen Zukunft“ heißt das neue landesweite Projekt, das Dritt- und Viertklässlern bürgerschaftliches Engagement vermitteln möchte. „Damit die Kinder mit ihrem Heimatort verwurzelt sind und bleiben, müssen die Städte und Dörfer zu kinderfreundlichen Wohn- und Lebensräumen werden.

Die Kinder sollen sich in ihrem Wohnort wohl fühlen und sich mit ihm identifizieren, ... “, erklärte Eveline Bautscha von „Kobra“, dem Beratungszentrum für Kinder-, Jugendlichen-, Bürgerinnen- und Bürgerbeteiligung, das das Projekt an den Schulen durchführt.

Nach der erfolgreichen Umsetzung des Pilotprojektes „Dorfkinder machen Zukunft“ des saarländischen Umweltministeriums und Kobra an der Grundschule Aßweiler im vergangenen Jahr wird die neue Phase mit fünf beteiligten Klassen von Grundschulen in Orscholz, Namborn, Dillingen und Burbach nun auch vom Kultusministerium unterstützt ... Zur offiziellen Eröffnung von „Schulkinder machen Zukunft“ in der Grundschule Füllengarten in Burbach waren auch Umweltminister Stefan Mörsdorf und Gaby Schäfer, Staatssekretärin im Kultusministerium, zu Gast.

Besuche der „Kobra“-Mitarbeiterinnen in den Klassen und Vor- und Nachbereitung Erarbeitung der Themen im Unterricht werden sich bei „Schulkinder machen Zukunft“ ergänzen. Geplant sind verschiedene Bausteine wie Rundgänge durch das Dorf oder den Stadtteil, Beschäftigung mit dem Vereinsleben, ein Generationengespräch und ein „politisches“ Frühstück mit Ortsrat oder Bürgermeister, ... „Wichtig ist uns, dass die Eltern einbezogen werden, mit den Kindern über ihren Wohnort nachzudenken“, betont Ina Kunz von „Kobra“, „und auch die Kommunen erhalten dabei wertvolle Anhaltspunkte, wie der Ort zukunftsfähig gestaltet werden kann.“

Gegen Ende des Projektes basteln die Kinder in der Zukunftswerkstatt ihren Traumort, eine Idee soll dann geplant und gemeinsam umgesetzt werden. „So erfahren die Schüler, dass bürgerschaftliches Engagement sich lohnt, dass man mitgestalten kann“, Eveline Bautscha überzeugt.

 

Saarbrücker Zeitung, 28. August 2009