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Wie Kinder und Senioren die Gemeinde sehen

Lemberg: Am Donnerstag soll sich ein Arbeitskreis bilden, der die Spielleitplanung steuert und begleitet - Die Kinder sind im Winter mit Vorschlägen dran

Lemberg soll richtig kinder- und seniorenfreundlich werden. Und den richtigen Weg dahin sollen die Betroffenen den Gemeindeoberen selbst weisen. Die ... Spielleitplanung startet am kommenden Donnerstag in der Freizeithalle mit der Auftaktveranstaltung, aus der sich ein Arbeitskreis bilden soll. Im Winter werden Kinder und Jugendliche dann mit den Planern das Dorf und seine Potenziale unter die Lupe nehmen und im kommenden Jahr schon werde das erste Projekt realisiert.

So lautet der Fahrplan, den Bürgermeister Heinrich Hoffmeister am Donnerstag bekannt gab. Den Auftakt macht der Informationsabend und „Ideenworkshop" am kommenden Donnerstag. Dort werden zwar nicht die Kinder und Jugendlichen selbst schon zu Wort kommen - Hoffmeister: „Das ist für die zu langatmig" - aber der Bürgermeister hofft, dass sich Eltern, Senioren und andere „Schlüsselpersonen" an diesem Abend finden, die den Arbeitskreis bilden können, der letztlich den Planungsprozess steuern und begleiten soll...

Die Spielleitplanung für Lemberg wird eine der ersten im Land sein, die nicht nur die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen berücksichtigt, sondern auch das Dorf seniorenfreundlicher machen soll. „Da gibt es viele Überschneidungen", meint der Ortschef. Der mit der Organisation des ganzen Prozesses betraute Sozialpädagoge Martin Theodor nennt Barrierefreiheit als ein Beispiel für identische Forderungen der älteren und ganz jungen Generation in einem Dorf. Außerdem deckten sich die Aktivitäten vieler Senioren mit denen ihrer Enkel.

Mit dem am Donnerstag anzuschiebenden Prozess sollen in Lemberg Potenziale für Kinder und Senioren gefunden werden, die mit geringen Mitteln das Dorf positiv verändern können ...

Gefahrlose Wege sind ein weiterer Punkt der Spielleitplanung und decken damit dann auch wieder ein Bedürfnis der Senioren ab. Um die Forderungen der Kinder und Jugendlichen auch zielsicher zu erfüllen, wird die Zielgruppe direkt gefragt. Das soll laut Hoffmeister bei den ersten Streifzügen im November und Dezember geschehen. Mit den Kindern erkunden dann der Arbeitskreis, die Planer und die Gemeindespitze das Dorf und seine Umgebung. Die Wünsche der Jugend werden notiert und besprochen. Anschließend werde eine Bestandsaufnahme gefertigt und die Ideen gesammelt. Im kommenden Jahr dann soll bereits das erste Projekt realisiert werden, dessen Finanzierung durch einen Zuschuss des Landes gesichert sein wird. „Einem Achtjährigen können Sie nicht sagen, dass er erst mal den nächsten Haushaltsentwurf abwarten soll, um sein Projekt umzusetzen", begründet Hoffmeister die Eile bei der Umsetzung. Das so genannte Starterprojekt könne alles Mögliche sein... Die Spielleitplanung werde aber viel weiter gehen und für die kommenden Jahre wertvolle Anregungen liefern, die künftig bei Straßensanierungen und anderen Projekten berücksichtigt werden müssen.

Was in Lemberg alles möglich sein wird, konnte Hoffmeister noch nicht sagen. Das soll der Planungsprozess ergeben. „Es gehen dann auch Sachen, die vorher nicht möglich waren", meinte Organisator Theodor. Allerdings auch nicht alles, was die Bürger und Jugendlichen sich wünschen könnten, wäre umsetzbar. Auf die Frage, ob denn der Lemberger Weiher wieder zum Badeweiher wird, wenn dies die Zielgruppen so wollen, meinte Hoffmeister, dass es dafür definitiv zu spät sei.

 

Die Rheinpfalz, 31.08.2009