Presseübersicht 

 
 

 

Erlebniswelten auf der Spur

Ketsch. Generationen an einem Tisch vereint: Die Enderlegemeinde geht neue Wege und gibt den Startschuss hierfür in der Gemeinderatssitzung.

 

Einstimmig wurde der Maßnahmenplan zur örtlichen Spielleitplanung vom Gremium verabschiedet. "Die Umsetzung der in kurz-, mittel- und langfristig unterteilten Wünsche soll sukzessive erfolgen", kündigte Bürgermeister Jürgen Kappenstein an und fügte hinzu, dass nicht alle vorgeschlagenen Maßnahmen realisierbar seien, jedoch ein Großteil. Bei jenen Projekten und Anliegen, die umzusetzen sind, sollen die Beteiligten abermals mit einbezogen werden. "Es ist wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen auch selbst Hand anlegen…

Ein seltenes Bild bot sich sodann im Sitzungssaal: Kinder und Jugendliche setzten sich an den Ratstisch und stellten ihre Anliegen vor, die sich in ihren Schwerpunkten auf bereits vorhandene Flächen bezogen und immer wieder die Entfernung von Müll und Hundekot zum Inhalt hatten. Für den Spielplatz in der Körnerstraße beispielsweise wurde der Wunsch geäußert, Bäume anzupflanzen, damit es "ein Dschungel" wird. Für den Wasserwerkpark wurde eine verbesserte Beleuchtung genannt sowie das Gestalten des Baches mit zusätzlichen Steinen und einer Wasserlupe, um Tiere zu beobachten. Weitere Wünsche waren unter anderem das Anlegen eines "Dirt-Parks" für Mountainbikes und ein Beachvolleyball- oder Basketballfeld mit Flutlicht am Bolzplatz Neurott, eine Verbesserung der Attraktivität des Marktplatzes sowie Geschwindigkeitskontrollen vor der Neurottschule. Hierbei wurde auch angeregt, ein Hinweisschild "Achtung Schule" aufzustellen, das von den Schülern selbst gestaltet wird.

Thomas Franz (CDU) lobte die Vorreiterrolle der Enderlegemeinde und freute sich, dass die "Träger öffentlicher Belange" - in diesem Fall die Kinder und Jugendlichen - in die Spielleitplanung komplett eingebunden wurden, was zu einer höheren Akzeptanz führe.

"Der Maßnahmenkatalog stellt keinen verbindlichen Anspruch auf Umsetzung, jedoch werden wir gründlich prüfen, was machbar ist", kommentierte Gerhard Jungmann (SPD), ... Rudi Kurbiuhn (FWV) bezeichnete das Projekt als "Meilenstein in der Weiterentwicklung zu einer kinderfreundlichen Gemeinde" und dankte - wie auch die anderen Fraktionen - den Kindern und Jugendlichen für ihre Bereitschaft, mitzuwirken.

Detlev Lorentz (FDP/KL) freute sich, dass sich innerhalb von nur einem Jahr (der Gemeinderat hatte die Spielleitplanung am 6. Mai 2008 beschlossen) bereits so viel getan hat. "Die Kinder und Jugendlichen geben uns Erwachsenen die Möglichkeit, die Umwelt mit anderen Augen zu sehen". Die Weiterentwicklung werde mit Spannung erwartet.

 

Schwetzinger Zeitung, 13. Mai 2009