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Wunsch nach Jugendkulturzentrum

Homburg: Kinder und Jugendliche sind mit den Angeboten in ihrer Heimatstadt im Großen und Ganzen zufrieden


Mit ihrer Jugendarbeit ist die Stadt Homburg auf dem richtigen Weg. So jedenfalls lässt sich das Ergebnis einer Jugendbefragung deuten, die die Stadt im vergangenen Jahr beim  Kobra-Betratungszentrum, Landau/St. Ingbert, in Auftrag gegeben hat.

Seit rund zehn Jahren sei die Jugendarbeit ein wichtiges Thema, sagte Beigeordneter Rüdiger Schneidewind bei der Präsentation der Ergebnisse. Regelmäßig werde die Arbeit evaluiert, würden Jugendliche nach ihren Wünschen und Bedürfnissen befragt. In Zeiten knapper Kassen könnten selbstverständlich nicht alle „an uns herangetragene Vorschläge" umgesetzt werden, betonte Schneidewind. Dennoch sei es der Stadt wichtig zu erfahren, welche Angebote die jungen Bürger vermissten.

Dazu hat das  Kobra-Beratungszentrum 1000 Fragebögen an Jugendliche im Alter von zwölf bis 18 Jahren mit Wohnsitz in Homburg ausgegeben. Gewichtet nach Schülerzahl, wurden an Gymnasien 530 Bögen verteilt, an Realschulen 360, an Berufsschulen 90 und an Förderschulen 20. Insgesamt 974 Fragebögen kamen ausgefüllt zurück. So sind etwa ein Drittel aller jungen Homburger erreicht worden.

Herauskristallisiert haben sich vier „Handlungsempfehlungen, ... ". Da immerhin fast 70 Prozent der Zwölf- bis 18-Jährigen in Vereinen organisiert seien, „müssen wir unbedingt auch weiterhin deren Kinder- und Jugendarbeit fördern", sieht der Beigeordnete die Stadt in der Pflicht. ... An Vereine gebunden sind vor allem Jungs unter 16 Jahren. Die meisten besuchen das Gymnasium.

In ihrer Freizeit treffen sich die Jungs und Mädchen am liebsten mit Freunden, die sie zu Hause aufsuchen. Beliebt ist vor allem bei den 15-Jährigen die Fußgängerzone oder das Saarpfalz-Center. Das Schulgelände steht bei den Zwölf- bis 15-Jährigen hoch im Kurs, der Christian-Weber-Platz insbesondere bei Mädchen um die 15. Überhaupt nicht attraktiv ist die Skateranlage. Dieses Ergebnis verwunderte Schneidewind nicht; ist doch die Anlage viel zu klein und defekt. Im aktuellen Haushalt sind nach seinen Angaben aber bereits 95.000 Euro für eine neue Anlage eingestellt. Zu Ausstattung und Standort sollen auf jeden Fall die Jugendlichen befragt werden.

Positiv überrascht zeigten sich Schneidewind und die Leiterin des Kinder- und Jugendbüros, Petra Junk, dass die Stadtfeste bei den jungen Leuten „sehr gut ankommen". ... Knapp die Hälfte der Befragten besucht außerdem regelmäßig Konzerte. Als Freizeitmöglichkeiten werden Kino, Feste, Vereine, Sportstätten oder Kneipen und Discos recht gut bewertet.

Die Jugendtreffs besuchen 21,6 Prozent der Jugendlichen. Am häufigsten gehen Real- und Förderschüler zwischen zwölf und 15 Jahren in die Einrichtungen, davon wesentlich mehr Jungs als Mädchen. Als Grund vermutete der Beigeordnete die in den einzelnen Jugendzentren geleistete „Klientelarbeit" wie etwa für Migranten. ...

Da der Wunsch nach kostengünstigen Veranstaltungen mehrfach geäußert wurde, fühlt sich Schneidewind bestärkt, das bereits ins Visier genommene Jugendkulturzentrum auf den Weg zu bringen. Auch zu diesem Projekt, das aber erst in zwei bis drei Jahren umgesetzt wird, sollen die Nutzer befragt werden.

Der insbesondere für den Abend und das Wochenende „gewünschte Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs werden wir in Anbetracht der hohen Kosten sicher nicht ermöglichen können", meinte Schneidewind. Stattdessen will er versuchen, das Anruf-Sammeltaxi, „das wohl viele Jugendliche gar nicht kennen", stärker zu bewerben und somit bekannter zu machen.

Gut angenommen werden außerdem die Beratungsangebote. ...

Auf der Wunschliste ganz oben rangieren ferner gute Einkaufsmöglichkeiten. Als wichtige Themen stuften die Befragten Sicherheit und Gewalt ein. Allerdings haben diese längst nicht den Stellenwert, den die Verantwortlichen erwartet hätten.

Mit den Ergebnissen der Umfrage beschäftigte sich jetzt der Ausschuss für Jugend, Kultur und Sport. Auch hier sei die einhellige Meinung gewesen, „dass Homburg mit seinen Entscheidungen in der Jugendarbeit richtig liegt", teilte Pressesprecher Jürgen Kruthoff auf Anfrage mit.
Bei einem Hearing im März sollen den Jugendlichen die Ergebnisse vorgestellt werden. Dort können sie sich nochmals konkret zu ihren Vorstellungen äußern.

 

Die Rheinpfalz, 28. Januar