Leitlinien für kinder- und familienfreundliche Unterkünfte
Wasser im Urlaub gehört dazu
Zwei Kindergärten, Schüler jeweils zweier zweiter, vierter und sechster Klassen sowie ihre Eltern beschäftigen sich noch bis zum 15. Mai intensiv mit der Frage: „Was ist für mich ein toller Urlaub, was ist mir wichtig?" Die Ergebnisse dieser Arbeit des Kobra-Beratungszentrums in Landau werden in die „Leitlinien für kinder- und familienfreundliche Unterkünfte in Rheinland-Pfalz" einfließen.
Das Projekt, bei dem der Verkehrsverein Südwestpfalz einer der Partner ist, wurde am Donnerstag beim Kreis vorgestellt. „Gerade für unseren Landkreis ist das wichtig, denn für uns sind junge Familien eine wichtige Zielgruppe", sagte Landrat Hans Jörg Duppré. Neben dem Verkehrsverein Südwestpfalz sind der Verein Südliche Weinstraße, der Donnersberg Tourismus Verband und die Naheland Touristik GmbH beteiligt. Aus diesen vier Regionen kommen die befragten Kinder und Eltern...
Rund 200 Kinder und etwa 100 Erwachsene - die Eltern der Kinder, die zu Elternabenden eingeladen werden -, schätzt Martin Theodor von Kobra, werden befragt werden. Kobra ist das Beratungszentrum für kommunale Kinder-, Jugend-, Bürgerinnen- und Bürgerbeteiligung, das unter anderem Kinderstadtpläne oder die Kinderkarte Pfalz erarbeitet hat. Leitlinien für eine kinderfreundliche Gastronomie gebe es bereits, erklärte Peter Dell von Kobra, da sei es einfach naheliegend gewesen, auch noch Leitlinien für kinderfreundliche Unterkünfte zu erstellen.
Wenn die Leitlinien erarbeitet sind, sollen sie in einer Broschüre veröffentlicht werden - für Druck und Layout zeichnet das rheinland-pfälzische Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur verantwortlich - und in einer Auflage von 15.000 bis 20.000 Exemplaren erscheinen. Es sei dann als Hilfe für die Urlaubsanbieter, von Hotel- und Pensionsbetreibern über Anbieter von Ferienwohnungen bis zum Urlaubsangebot auf dem Bauernhof, gedacht. Diese können dann sehen, ob sie tatsächlich kinderfreundlich sind. Derzeit können sie sich diese Eigenschaft noch selbst nach eigenem Befinden geben, da es keine einheitlichen Kriterien für das Thema Kinderfreundlichkeit gibt.
Prädikat vergeben?
Für die Touristiker sollen die Leitlinien dann Grundlage werden, um überprüfen zu können, ob ein Haus, eine Ferienwohnung wirklich kinderfreundlich ist. Es gehe um vergleichbare Maßstäbe zur Bewertung eines kinderfreundlichen Betriebs, waren sich Heike Müller und Michaela Herbort vom Verkehrsverein Südwestpfalz und die Geschäftsführerin des Vereins Südliche Weinstraße, Uta Holz, einig. Wie die konkrete Umsetzung und die Überprüfung vor Ort aussehe, ob ein Prädikat, ein Schild vergeben werde, das seien Aufgaben, die in der Praxis dann zu lösen seien...
Bei den Leitlinien gehe es um grundlegende Fragen, beispielsweise wie Familien mit Kindern behandelt werden, wie Familien, die drei Kinder haben, untergebracht werden können, darum, ob es Spielmöglichkeiten gibt, gerade auch im Hotel, in der Pension, was vor allem bei schlechtem Wetter wichtig ist, wie das Außengelände gestaltet ist, ob Kleinkinderausstattung - vom Buggy bis Babyfon - vor Ort vorhanden ist oder ob alles mitgenommen werden muss.
Ideale Ferienwohnung gestalten
Die Kinder, erklärte Martin Theodor, bekämen bei den Befragungsrunden zum Beispiel die Aufgabe, quasi wie ein Architekt die ideale Ferienwohnung zu gestalten. Ohne der noch bevorstehenden Auswertung vorzugreifen zu wollen, sagte er, sei auffällig, dass bei allen ein Swimmingpool dazugehöre. Das heiße jetzt nicht für die Anbieter, dass jeder einen Pool haben müsse; die Frage sei aber, wie lasse sich das Element Wasser in einen Urlaub einbinden, beispielsweise durch Hinweise auf Angebote in der Region. Wichtig sei den Kindern auch, dass sie eine Spielecke haben, aber auch einen Ansprechpartner vor Ort, der sie ernst nimmt.
Die genaue Auswertung erfolgt nach dem 15. Mai und bis September sollen die Leitlinien dann gedruckt sein. (add)
DIE RHEINPFALZ, 28. April 2007
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