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Kandel: Auf Streifzügen die Welt der Kinder erkunden

Rund 60 Besucher bei Auftaktveranstaltung für Spielleitplan - Nächstes Treffen am 18. September

Für das Stadtgebiet von Kandel ... soll in den nächsten eineinhalb Jahren ein Spielleitplan entstehen. Die Initiatoren haben die Bürger aus allen Altersgruppen eingeladen, die Freizeitflächen mitzugestalten und ein für Rheinland-Pfalz bisher einmaliges Konzept mit Angeboten für Jung und Alt zu schaffen. Noch in diesem Herbst sollen erste Streifzüge stattfinden, um Orte und Möglichkeiten zu erkunden.
Am Donnerstagabend fand in der Stadthalle Kandel die Auftaktveranstaltung für eine Spielleitplanung statt. Rund 60 Bürger, darunter Anwohner von Spielplätzen, Jugendliche, Eltern, Vertreter von Schulen und Vereinen, folgten der allgemeinen Einladung der Stadt, um Informationen zu erhalten und erste Wünsche zu äußern. „Ein Stiefkind waren die Kinderspielplätze", gestand Stadtbürgermeister Günther Tielebörger (SPD) gleich zu Beginn ein. Um so „professioneller und umfassender" sei das Thema nun anzugehen.
Unterstützt wird die Stadtverwaltung dabei von Landschaftsarchitekt Norbert Schäfer vom Ingenieurbüro Stadt+Natur (Klingenmünster) und von Martin Theodor vom Beratungszentrum „Kobra" (Landau). Beide sind schon erfahren mit Spielleitplanungen und Moderationen ... Bereits für ein knappes Duzend Gemeinden in Rheinland-Pfalz existiert ein Spielleitplan. Neu in Kandel ist die Idee, auch die ältere Generation mit einzubeziehen.
Norbert Schäfer stellte einen Spielleitplan als umfassendes Konzept für die Freizeitgestaltung auf öffentlichen Flächen vor. Dabei sei die Erneuerung von einzelnen Spielplätzen der kleinste Teil. Viel wichtiger sei ein Bewusstsein für die bereits von Kindern benutzten attraktiven Spielflächen und ihre Vernetzung über sichere Wege. Auch stille Rückzugsräume oder lebhafte Treffpunkte sind ein Bedürfnis, dem öffentliche Flächen in ihrer Gestaltung künftig entgegenkommen sollten.
Für eine Bestandsaufnahme sollen bis November mehrere Streifzüge durch das Stadtgebiet organisiert werden, um dabei die vorhandenen Möglichkeiten und Probleme der jeweiligen Altersgruppen zu dokumentieren. Eine offene Arbeitsgruppe aus Bürgern soll dann die gesammelten Anregungen kombinieren und im Dialog zu einem Konzept vereinen ... Schäfer wünscht sich dabei einen „lebendigen und schnellen Prozess", damit Kinder schon früh erste Ergebnisse erleben und den Prozess motiviert weiter begleiten. Auch die aktive Mitarbeit der Bürger sieht er als entscheidend für den Erfolg und die Akzeptanz. Die Erstellung des Konzepts dauert nach seiner Einschätzung sechs bis acht Monate und die vollständigen Umsetzung danach noch etwa ein Jahr. Die Stadtverwaltung hofft, über die Integration von allen Beteiligten in einen gestaltenden Prozess auch bestehende Brennpunkte zu entschärfen und Vandalismus zu verhindern.

Info
www.spielleitplanung.de
www.stadt-und-natur.de
www.kobra-online.info

DIE RHEINPFALZ, 08. September 2007