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Pirmasens: Platz für Kinder in Stadt gesucht - Auftakt zur Spielleitplanung

Am Dienstagabend fand in der Hauptschule Kirchberg die Auftaktveranstaltung zur Bildung eines Arbeitskreises für die Spielleitplanung statt. Eltern, Stadtplaner, Vertreter von Jugendvereinen, Kirchen und Trägern wurde dabei nicht nur das Konzept vorgestellt, sondern sie sollten auch erste Ideen und Gedanken einbringen.
„Wir müssen den Kindern und Jugendlichen in unserer Stadt eine größere Bedeutung schenken“, so Bürgermeister und Jugenddezernent Peter Scheidel ... Neben den Vertretern von Vereinen, Verbänden, Trägern und Einrichtungen waren auch Stadtplaner und vor allem Eltern anwesend. Das erklärte Ziel: Jeder soll sein Wissen und seine Kompetenz bei der Erstellung eines Spielleitplanes einfließen lassen. Wie das geschehen soll, erläuterten Martin Theodor von KOBRA (Beratungszentrum für kommunale Kinder-, Jugend-, Bürgerinnen- und Bürgerbeteiligung) und Dirk Schellhorn, freier Landschaftsarchitekt ... Sie gaben an, dass sich das Konzept nach der Denkweise der Kinder richten soll und welche Arten von Spielmöglichkeiten und Treffpunkte Kinder suchen.
Eine Ernüchterung gab es dagegen bei der Analyse des Ist-Zustandes in der Stadt. Schilder mit Spielverboten, die bei „Zuwiderhandlungen strafrechtlich verfolgt werden“, Straßenkreuzungen, an denen die Autos bis an die Ecke parken und somit eine Überquerung zur Lebensgefahr werden lassen und noch andere Probleme machen Sorgen. André Jankwitz, Leiter des Garten- und Friedhofsamtes, betonte "Zum ersten Mal im Land Rheinland-Pfalz wird die Ganzheit einer Stadt in die Umsetzung eines Spielleitplanes einbezogen." Das veranlasste auch Martin Kröll vom Ministerium für Landwirtschaft und Forsten, extra für diesen Abend aus Mainz anzureisen. Das Land fördert das Projekt zu 50 Prozent.
Die Anwesenden mussten nach der grauen Theorie zur Tat schreiten. Anhand eines großen Stadtplanes wurden Vierergruppen gebildet, die alles im Stadtplan markierten, was für Kinder und Jugendliche relevant ist. Spielmöglichkeiten, Treffpunkte, Sportangebote, ungenutzte Flächen, mögliche Umsetzungspunkte, aber auch Gefahrenpunkte. Die Ideen, welche diese Aktion an den Tag brachte, waren recht interessant. Eine Mutter äußerte den Gedanken, dass die Stadt eine private Streuobstwiese in der Poissystraße kaufen soll, um sie als Spielfläche für die Kinder zugänglich zu machen. ... Auch stark befahrene Straßen wurden als Hindernisse für das Erreichen von Spielmöglichkeiten angesprochen. So verwies ein Mutter darauf, dass sich das Gebiet um den Nussbaum als wunderbarer Naturspielplatz anbieten würde, die Gefahr aber bei der Überquerung der stark frequentierten Arnulfstraße liegt.
Einstimmige Kritik gab es von Elternseite an den überwiegend geschlossenen Schulsportplätzen in der Stadt ... Als vorhandene Konfliktpunkte wurden die Bereiche um den Winzler-Tor-Platz und um die Horebschule angesprochen. Hier kommt es immer wieder zu Reibereien zwischen Anwohnern und Jugendlichen.
... Der Abend hatte am Ende gezeigt, dass das Konzept, wie es Theodor und Schellhorn vorstellten, voll aufgeht. Die Kompetenz und das Wissen aller Beteiligten bringen hier eine Planung hervor, die nicht nur kinderfreundlich ist, sondern allen Beteiligten gerecht wird, und wo die Stadt durch den Einsatz einfachster Mittel sogar noch Geld sparen kann.
Spontan erklärten sich an diesem Abend auch die ersten Anwesenden bereit, in einem Arbeitskreis mitzuwirken....

Pirmasenser Zeitung, 30.03.06