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Rinnthal: Tatkräftige Bürger im Einsatz für Dorferneuerung
Arbeitsgruppen bringen mit Moderator und Dorfplaner erste Projekte auf den Weg - Warten auf Fördergeld
Die Schlagworte „Dorfentwicklung" und „Dorferneuerung" sind in aller Munde. Auch in Rinnthal. Doch hier ist aus dem bloßen Begriff bereits Tatendrang erwachsen. Drei Arbeitskreise und engagierte Kinder und Jugendliche bemühen sich seit einem knappen Dreivierteljahr darum, ihre Gemeinde attraktiver und lebenswerter zu machen. Schon jetzt können erste Erfolge verbucht werden.
Einige Projekte stehen kurz vor der Umsetzung, neue sind in Planung. Es sei noch viel zu tun, aber es mache Spaß, sagt Martin Theodor vom Kobra Beratungszentrum in Landau, der als Moderator die Bürgerbeteiligung koordiniert. Unterstützung hat sich die Gemeinde auch bei Hans-Jürgen Wolf vom Planungsbüro Wolf aus Kaiserslautern geholt ...
Das „Tal der Generationen" ... sei der eigentliche Startschuss für die Dorferneuerung gewesen, so Theodor. Da habe sich bereits der große Änderungswille der Rinnthaler gezeigt: „Ich habe noch keine Gemeinde erlebt, in der so schnell der Förderantrag für ein solches Projekt gestellt wurde." Alle warteten begierig darauf, dass die Bauarbeiten für das Tal endlich losgingen, sagt Ortsbürgermeister Heinz Hertel.
Um Begegnungen im Ort stärker zu fördern, stelle der Arbeitskreis derzeit ein „Häädsturre Spektakel" am Kerwesonntag auf die Beine, wo Wettkämpfe im Seifenkisten- oder Schubkarrenrennen oder Holzhacken ausgetragen werden sollen. Ebenfalls in Vorbereitung ist ein Lauftreff, die Einbindung von Neubürgern in die Dorfgemeinschaft sowie ein Open-Air-Kino.
Das wünschen sich auch die Jugendlichen ... Zudem wollen sie einen regelmäßigen Jugendtreff, ein Volleyballfeld beim Sportplatz und Sitzmöglichkeiten an den Waldwegen und am Bahnhof. Die Ärmel krempeln die jungen Leute ... hoch ...
Dem Thema „Tourismus" hat sich ein zweiter Bürger-Arbeitskreis angenommen - dabei speziell die Anerkennung Rinnthals als Fremdenverkehrsgemeinde. Der Gemeinderat soll das nun auf den Weg bringen. Ein Ziel ist auch der Ausbau der Wanderwege und die Einrichtung einer Nordic-Walking-Strecke. Eine Informationstafel soll nach dem Wunsch des Teams über die Routen, den Ort und mögliche Unterkünfte Auskunft geben. Zudem haben die Mitglieder bereits ein Logo mit den drei prägenden Charaktereigenschaften Rinnthals entwickelt: Wald, Wasser, Mühle. Apropos „Mühle", Führungen durch die Mühle sollen ab Ostern beim Büro für Tourismus gebucht werden können, sagt Theodor.
Selbst die kleinen Rinnthaler haben sich Gedanken über ihren Ort gemacht, sind durch die Gemarkung gezogen und haben gesammelt, was ihnen in ihrem Dorf gefällt und was sie gerne verbessern möchten.
Eng verknüpft mit der Arbeit des Moderators ist die des Dorfplaners Hans-Jürgen Wolf. Schließlich sollen die Aktionen der Bürger in das Konzept eingeflochten werden. „Wir wollen der Gemeinde ein Handlungskonzept geben, das zum Beispiel Perspektiven aufzeigt in der Diskussion um die B 10", sagt Wolf. Auch müsse das Ost-West-Gefälle zwischen Neubaugebiet und dem „alten" Ort aufgefangen werden. Rinnthal soll eine Wohngemeinde mit Naherholungsmöglichkeiten, einer guten Grundversorgung - einschließlich der verkehrstechnischen Anbindung - und bald auch mehr standortnahen Arbeitsplätzen sein.
Eine wichtige Aufgabe stelle die Gestaltung der Landschaft dar. Beispielsweise sollen Streuobstwiesen nicht nur eine mögliche Einnahmequelle bilden und Platz für Rinder, Schafe oder Ziegen bieten, sondern auch die Frischluftzufuhr ins Tal sicherstellen, sagt Wolf. Auch er arbeitet mit einer Gruppe von Bürgern und dem Gemeinderat zusammen. Da es keinen wirklichen Dorfmittelpunkt gebe, gelte es, den Straßenplatz vor der Kirche und die „zahlreichen Kommunikationsräume, die an der Durchfahrtsstraße wie Perlen aneinander liegen", besser zur Wirkung zu bringen...
Nicht zuletzt wollen die Planer auch die Einzigartigkeit der Gemeinde herausarbeiten. „Wir wollen mit dem Blick des Fremden der Bevölkerung die Augen öffnen für die örtlichen Besonderheiten und verkannte Kleinode bewahren", sagt Theodor.
DIE RHEINPFALZ, 02. Februar 2005
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