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Museen in Rheinland-Pfalz: Kinder erwünscht

Museumsverband Rheinland-Pfalz stellt neues Internetangebot für junge Leute vor - Museen wollen familienfreundlicher werden

Das Museum - ein Ort grauer Wissensvermittlung, Bildungsbürger-Terrain. Das war einmal. Die Museen sehen heute anders aus. Junges Klientel soll angezogen werden. Wie, zeigte gestern der Museumsverband Rheinland-Pfalz in Mainz: Dabei stellte Bildungs- und Jugendministerin Doris Ahnen das neue Internetangebot www.abenteuer-museum.rlp.de vor. Zudem ging es um die Praxis der Museumspädagogik.

Dass „kulturelle Bildung ein wichtiges Thema ist", wie Bildungsministerin Ahnen betonte, ist Konsens. Darüber, dass diese besonders anschaulich in Museen erworben werden kann, auch. Um Kinder- und Jugendliche vermehrt dorthin zu locken, hat der Museumsverband mit Unterstützung des Landes seinen Internetauftritt um eine „Kinderecke" ergänzt, die einen Überblick über rund 260 pädagogische Angebote von 70 Museen bereitstellt. Gleichzeitig sollen die Ausstellungsinstitute im Land kinder- und familienfreundlicher werden. Das Beratungszentrum für Kinder-, Jugend-, Bürgerinnen- und Bürgerbeteiligung (Kobra) in Landau arbeitet derzeit an entsprechenden Leitlinien. Im Sommer sollen sie stehen.
Kobra-Geschäftsführer Martin Theodor gab gestern einen Zwischenbericht. Eine seiner Kernthesen: „Jedes Museum ist für Kinder geeignet." Allerdings müssten die jungen Leute als eigene Besuchergruppe akzeptiert und ihre Bedürfnisse ernst genommen werden. Dies gelte etwa für die kindgerechte Darstellung der Inhalte. „Die Frage, was das mit dem Kind zu tun hat, ist sehr wichtig", erläuterte Theodor.
Karin Birk ist Projektleiterin der Ausstellung Europas Juden im Mittelalter im Speyerer Historischen Museum der Pfalz. Sie erzählte zum Beispiel, wie das pfälzische Museum zusammen mit dem Pädagogischen Zentrum Bad Kreuznach geeignetes Unterrichtsmaterial für Schüler aller Altersstufen entwickelt hat.Auch die Ausstellung selbst verdient das Prädikat kinderfreundlich. Denn manche Anschauungs-Objekte können auch angefasst und ausprobiert werden ... Die Schüler bemalen je nach Alter Porzellan oder drucken in hebräischer Schrift ...
Ein anderes Beispiel stammt aus Bad Dürkheim: Unter dem Schlagwort Bionik lernten junge Leute in der Forschungswerkstatt des dortigen Pfalzmuseums für Naturkunde an konkreten Dingen etwas über selbstreinigende Oberflächen ...
Die Vertreter des Rheinland-Pfälzischen Freilichtmusem in Bad Sobernheim dürften die Berichte über solche Projekte jedenfalls neidisch verfolgt haben - dem Museum wurde nämlich die Pädagogen-Stelle gestrichen.

Info: das Internetportal für junge Leute ist unter www.abenteuer-museum.rlp.de abrufbar.

DIE RHEINPFALZ, 01. Februar 2005