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Minfeld: Dorfmoderator erstattet Abschlussbericht
Mit Projekten innerhalb des Bienwald-Großprojekts Dorfverschönerung fortsetzen
Ziel eines Moderators bei der Dorferneuerung müsse es sein, überflüssig zu werden, sagte Dorfmoderator Peter Dell vom Büro Kobra bei der außerordentlichen Bürgerversammlung am Montag. „Dies haben sie geschafft. Am Schluss wurde ich immer überflüssiger", so Dell in seinem Abschlussbericht.
In Minfeld sei in einem Jahr Moderationsphase durch das große Bürgerengagement mehr geschaffen worden wie in manchen Gemeinden in fünf Jahren, so Dell. 35 Ideen für kleine und große Projekte hätten die Arbeitsgruppen gesammelt und geplant. Doch dabei sei es nicht geblieben. Viele Projekte wurden schon verwirklicht. Die meisten völlig kostenlos oder mit einem nur sehr geringem Eigenanteil für die finanziell klamme Gemeinde. Thomas Leitheiser, Sprecher der Arbeitsgruppe, stellte einige Projekte vor. So sei der Gemeindeplatz, der eigentlich tot war, wieder mit Leben gefüllt worden. Eine Radwanderkarte und Radständer wurden aufgestellt, eine Sitzgruppe errichtet. Tatsächlich sitzen auf dem Gemeindeplatz jetzt wieder Menschen. Alles nötige Material wurde gestiftet. Mit dem Platz nimmt Minfeld an einem Ehrenamtwettbewerb des Landes Rheinland-Pfalz zum Thema „Reaktivierung von Plätzen" teil.
Ein weiteres aufwändiges Projekt war die Freilegung der Wehrmauer an der Kirche. Die alte Mauer stützt den Kirchentrakt. Andere Projekte wie Sockelbegrünungen, Bepflanzungen, Rankgerüste oder Emailstraßenschilder im Ortskern sind ganz oder teilweise verwirklicht. - Um am Tourismus teilzuhaben, müsse sich das Dorf aber noch weiter wandeln. Die Leute müssten anhalten und sagen: „Hier ist es schön", so Leitheiser. Viele weitere Ideen, teilweise auch verrückte, wurden gesammelt. „Rund ums Dorf und mittendurch" soll beispielsweise die Gassen besser zur Geltung bringen. Brunnen oder Wasserspiele sollen entstehen. Ein kleiner See soll hinter dem Sportplatz angelegt werden. Dies könnte über das Bienwaldgroßprojekt finanziert werden. Überhaupt wolle man bei einigen Projekten auf das Großprojekt warten, dann aber als einer der ersten dabei sein, erklärt Leitheiser.
Ab nächstes Jahr ist im Sommer drei Mal im Jahr ein kostenloses Openair Kino geplant. Für Leinwand und Beamer werden Spenden gesammelt. Die Geräte könnten auch bei der Fußball-WM genutzt werden. Natürlich seien viele Projekte nicht nur in Eigenleistung umsetzbar, beispielsweise die Neugestaltung des Mundoplatzes, ein Grillplatz am Sportplatz, oder ein Wohnmobilstellplatz, so Dell. Dies wird dann auch die Aufgabe des neuen Planers Matthias Braun sein, der sich in der Versammlung vorstellte. In wenigen Jahren könne man viel ändern und umkrempeln. Minfeld müsse seine Potenziale entdecken und sich von anderen Gemeinden abheben. Helfen könne ein Leitmotto, etwa das von Heinz Liedkte angeregte und mit Fotos dokumentierte „Minfeld - die Rosenstadt". Braun will bei der Investorensuche helfen. Er wolle nicht nur Planer, sondern auch Berater sein. So sollen in kostenlosen Sprechstunden Privatleute beraten werden, die bis zu 20.000 Euro Zuschuss bekommen können. Eigenmittel müssen aber vorhanden sein.
Für die Gemeinde werde es schwierig, die Mittel bereit zu stellen. Beispiele in anderen Gemeinden hätten aber gezeigt, dass dies durch Umstrukturierungen möglich sei. Manche Gemeinde sei nach der Dorferneuerung schuldenfrei. Zudem betrage die Bezuschussung bei Gemeindeprojekten 50 Prozent. Es wäre sträflich, dies nicht auszunutzen, so Leitheiser. Da auch Eigenleistung angerechnet werden, müssten im Idealfall nur noch zehn Prozent Geldmittel aufgebracht werden. Man solle wegen Geldmangel nicht den Kopf hängen lassen. Genau jetzt bestehe die einmalige Gelegenheit für Bürger, an der Gestaltung des Dorfes mitzuarbeiten, so Leitheiser. Gelegenheit gebe es genug. So finde am Samstag, 22. Oktober, eine „Blumenzwiebelsetzaktion" im ganzen Ort statt. Bürgermeister Manfred Foos sucht Helfer, die die kostenlos beschaffte Ölpumpe restaurieren. Sie soll als Industriedenkmal an die Ölförderzeiten in Minfeld erinnern.
DIE RHEINPFALZ, 12. Oktober 2005
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