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Ketsch: Bürger und Gemeinde gemeinsam für die Kinder

Die Spielplätze sollen nach und nach renoviert werden
Ein gutes Beispiel für die immer wieder eingeforderte Bürgerbeteiligung gab die Verwaltung der Enderle-Gemeinde. Gemeinsam mit Hauptamtsleiter Jürgen Kappenstein und dem Team des Beratungszentrums Kobra um Martin Theodor machten sich 42 Eltern und ihre Kinder auf den Weg, um alle neun Spielplätze zu begehen und zu begutachten. Ziel ist es, die Spielmöglichkeiten nach den Bedürfnissen der Eltern und Kinder zu verbessern.
"Ich wurde von Seiten der Eltern immer wieder auf gewisse Defizite hingewiesen, da war es einfach mal an der Zeit, das Ganze zu kanalisieren", sagte Kappenstein. So gingen Einladungen an alle Eltern der Kindergarten-, Grundschul- und Krabbelgruppenkinder, um gemeinsam die Spielplätze anzuschauen und direkt zu sagen, was gut ist und was wie verbessert werden könnte. Hilfreich bei der Umsetzung dieses Vorhabens ist das Beratungszentrum für kommunale Kinder-, Jugend- und Bürgerbeteiligung (Kobra) aus Landau, mit denen Ketsch schon zuvor mehrfach konstruktiv zusammen gearbeitet hat.
Nach einer kurzen Besprechung im Rathaus und einer kleinen Stärkung teilten sich die Anwesenden in Gruppen ein und machten sich auf den Weg. Am Beispiel des Spielplatzes am Neurott-Kindergarten stellte die hiesige Gruppe schnell fest, dass hier Schatten, Sitzgruppen und eine gute Absicherung zur Straße fehlen. Vor allem die Zugänge wurden bemängelt, weil Kinder sehr einfach und damit auch schnell den Spielplatz verlassen können. Vorgeschlagen wurden hier Tore oder Türen, die als Nebenzweck auch den Hunden den Zugang verwehren könnten. Auch die vorhandenen Spielgeräte fanden nicht alle das Gefallen der praxis-erprobten Eltern. "Was eigentlich für Kleinkinder interessant ist, können sie nicht erreichen, und wenn sie es erreichen, ist es schon wieder langweilig", meinten einige in Anspielung auf die Hängebrücke des Spielplatzes.
Was Theodor auffiel, war die offensichtliche Tendenz hin zu naturnahem Spielen: "Auf dem Spielplatz an der Berliner Straße nahmen die Kinder sofort den Rodelberg mit den Hecken in Beschlag, die Spielgeräte sind für Kleinkinder gut", so Theodor. Auch Kappenstein stellte bei der abschließenden Besprechung fest: "Mit Baumstämmen und Büschen wollen die größeren Kinder viel lieber spielen, als mit vorgefertigten Geräten."
Im Anschluss an die Begehung trafen sich alle Teilnehmer zu einem Abschlussgespräch. Die Ergebnisse, die erfasst worden sind, wird nun Kobra zusammen fassen und als Arbeitspapier der Gemeinde und dem Gemeinderat vorlegen.
Doch von jetzt an müssen die Eltern Geduld zeigen. "Die Sanierung und Neugestaltung aller neun Spielplätze wird eine Menge Geld kosten. Daher ist es sinnvoll, einen, höchstens zwei pro Jahr herzurichten. Aber Erste Vorschläge werden noch dieses Jahr vorgelegt werden", meinte Kappenstein.

Schwetzinger Zeitung - 07.10.2002