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Zweibrücken: 10 000 Kinderstadtpläne ab sofort zu haben
„Hier ist der Rosengarten“, erklärt Anna Katharina und tippt mit dem Zeigefinger auf die rote Rose. Jugendamtsleiter Joseph Rubeck nickt und strahlt. Die beiden studie-ren gemeinsam den druckfrischen Zweibrücker Kinderstadtplan.
Der wurde am Samstagmorgen in der Geschäftsstelle der RHEINPFALZ am Hallplatz vorgestellt. „Wir versuchen die Kinder an den Dingen zu beteiligen, die sie betreffen“, erklärt Peter Dell vom Kobra-Beratungszentrum für kommunale Kinder-, Jugend-, Bürgerinnen- und Bürgerbeteiligung in Landau. Kobra hat den Kinderstadtplan zusammen mit dem Zweibrücker Jugendamt erstellt – unter tatkräftiger Mithilfe von rund 300 Grundschülern und ihren Lehrern. „Die Schüler haben wertvolle Insidertipps gegeben“, sagt Beigeordneter Rolf Franzen. Eveline Halupcok vom Kobra-Beratungszentrum war begeistert: „Als wir in den Klassen wa-ren, sind alle Finger auf einmal hochgegangen“, berichtete sie. „Ich war erstaunt, was die Kinder alles wissen.“ Bei den Rundgängen durch die Stadt konnten die Schüler auf ihre Treffpunkte und auf Gefahrenstellen aufmerksam machen.
Außerdem informiert der Stadtplan über Freizeiteinrichtungen, Institutionen und Ansprech-partner wie den Kinderschutzbund. Bereits 1993 hatte die Stadt in Eigenregie einen Kinder-stadtplan herausgegeben. Dieser ist jedoch vergriffen. Kobra hat schon für andere Kommu-nen Kinderstadtpläne erstellt, sagte Franzen, im „weiten Umfeld“ sei Zweibrücken aber „Vorreiter“. In anderen Städten werde der Stadtplan bereits im Schulunterricht benutzt, weil er übersichtlicher sei als andere die üblichen Stadtpläne, erzählt Dell. „Deshalb nutzen auch Erwachsene den Plan“, fügt er hinzu.
Der Kinderstadtplan erscheint in einer Auflage von 10 000 Stück. Franzen bedankte sich besonders bei den Sponsoren, die die Kosten übernommen haben. Karl-Heinz Niwek, Be-zirksverlagsleiter des Hauptsponsors RHEINPFALZ, begrüßte, „dass jemand sich die Mühe macht, auf die Knie zu gehen“. Niwek weiter: „Kinder haben eine andere Perspektive und andere Interessen. Sie sehen Dinge, die wir Erwachsene nicht wahrnehmen.“
Anna Katharina ist froh, als es endlich draußen weitergeht. Denn nach den ganzen Reden ist auf dem Hallplatz Kinderprogramm angesagt. Dort schenkt ihr Franzen „stellvertretend für alle Kinder“ auf der Bühne einen Kinderstadtplan. „Schön“, bedankt sich das Mädchen. Auch die zehnjährige Barbara hat einen Kinderstadtplan ergattert. Sie findet gut, dass „Sachen eingezeichnet sind, die man sonst nicht auf einem Stadtplan findet – zum Beispiel Spielplätze“.
Die Rheinpfalz (Zweibrücken), 02.07.2001
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