Ketsch: Was will die Jugend bloß?
Befragung in Ketsch soll Jugendliche mehr an Politik beteiligen
Bürgermeister Hans Wirnshofer will wissen, was die Jugendlichen in seiner Ge-meinde denken. Wie beurteilen sie die Jugendarbeit in Ketsch, was wünschen sie sich für die Zukunft, wie würden sie sich gerne an der Politik in ihrer Heimatgemeinde beteiligen? Eine Studie soll die Antworten auf diese Fragen bringen. Den Auftrag dazu bekam Dr. Peter Dell vom „Beratungszentrum für kommunale- und Jugendbeteiligung“ (KOBRA) in Landau.
Dell hat schon ähnliche Studien als Leiter des Projektes „Lupo – Lust auf Politik“ des Instituts für Politikwissenschaft der Universität Landau und des KOBRA-Beratungszentrum ausgewertet. 400 Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren sollen in Ketsch befragt werden. Die Fragen zielen zum einen auf Freizeitangebote, Verkehrsverbindungen und Radwege ab. Zum anderen soll das Interesse der Jugendlichen an der kommunalen, aber auch an der Landes. Und Bundespolitik erforscht werden. Konkret bedeutet das: Diskutieren die Jugend-lichen mit den Gemeinderäten, wollen sie ihre Probleme vorbringen?
Auch die aktive Beteiligung an der Politik interessiert die Gemeindeoberen in Ketsch. Wollen Jugendliche an konkreten Problemen wie Umweltschutz oder Verkehrsplanung mitarbeiten, wünschen sie vielleicht einen Jugendrat? Die Jugendlichen können auf die einzelnen Fragen mit „ja“, „ausreichen“, „geht so“, könnte mehr sein“ oder „ nein“ antworten. Das ermöglicht eine klare Auswertung. Das Beratungszentrum „KOBRA“ führte ähnliche in den Gemeinden Bobenheim-Roxheim, Lambsheim, Neustadt/Weinstraße und in Neunkirchen im Saarland durch. Dr. Dell kann deshalb auf positive Reaktionen auf solche Befragungen verweisen. Sie seien der erste Schritt, die Jugendlichen an der Politik in den Gemeinden zu beteiligen.
An mehreren Schulen in Ketsch, Brühl, Schwetzingen und Hockenheim werden nun bis Ende Februar die Schüler befragt. Alle Schultypen von der Berufsschule bis zum Gymnasium wer-den dabei berücksichtigt, um einen repräsentativen Schnitt zu erhalten. Bürgermeister Wirnshofer will den Jugendlichen kein Beteiligungsmodell an der Kommunalpolitik vorschrei-ben. Sie sollten ihre eigenen Vorstellungen umsetzen.
INFO:Am Freitag, 9. März, wird der Bürgermeister die Ergebnisse in einer Diskussionsver-anstaltung mit den Jugendlichen besprechen. Die Moderation übernimmt das Beratungszentrum KOBRA.
Rhein-Neckar-Zeitung, 15.02.2001
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