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Dernbach: Aufbruch zur Suche nach Kleinoden

Schwerpunktgemeinde Dorferneuerung setzt auf Mitarbeit von Bürgern jeden Alters
In Dernbach wird man in Zukunft wahrscheinlich stärker darauf achten, ob mit der alten Scheune hinterm Haus nicht etwa ein 'Kleinod im Garten schlummert', wie Hans-Peter Spieß von der Verbandsgemeindeverwaltung Annweiler es formulierte. Spies unterbreitete dem Gemeinderat in der Sitzung vom Mittwochabend Perspektiven, die sich aus der Anerkennung Dernbachs als Schwerpunktgemeinde der Dorferneuerung ergeben.
Die Einstufung Dernbachs als Fremdenverkehrsgemeinde war der Grund für die Anerkennung einer zweiten Schwerpunktgemeinde im Kreis (wir berichteten). Die Dorferneuerung bedeute nicht, wie Spies betonte, dass hier einmal ein Platz ausgebaut oder dort ein Haus saniert werde. Sie definiere sich seit Jahren nicht mehr nach rein baulichen Aspekten, sondern rücke die Bewohner in den Mittelpunkt: 'Keine Dorferneuerung ohne Mitwirkung der Bürger.'
Auch die soziale und kulturelle Komponente werde einbezogen, die Förderung kultureller Gruppen und die Erhaltung und Verbesserung der örtlichen Infrastruktur mit ortsbildprägenden, regionaltypischen Elementen angestrebt, etwa durch Erhaltung oder Wiedereinrichtung von Tante-Emma-Läden. Zudem solle der Verödung des Dorfs entgegengewirkt sowie Einsatzbereitschaft und Eigeninitiative der Bevölkerung zur Mitwirkung an der Dorferneuerung geweckt werden.
'Ohne Bürgerbeteiligung gibt es kein Geld', meinte Spies zu der in Aussicht stehenden materiellen Förderung durch das Land. Die Einwohner sollten daher aktiv mitmachen und frühzeitig in die Beratungen und Erstellung eines Konzepts einbezogen werden, wobei auch sehr stark auf die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen Wert zu legen sei.
Das Projekt zieht sich über sechs Jahre hin. Eine Auftaktveranstaltung ist bereits für Ende Mai Vorgesehen. Arbeitskreise müssen gebildet werden, die einer 'Steuergruppe' zuarbeiten, die ihrerseits Ideen filtern und dem Gemeinderat vorlegen soll, der sie umzusetzen hat. Dabei könne durchaus auch Utopisches angesprochen werden, selbst 'Träume' von einem Schwimmbad oder Kino sollten zumindest zur Debatte gestellt werden, wie Martin Theodor ergänzte. Der Diplom-Sozialpädagoge gehört dem Beratungszentrum für kommunale Kinder-, Jugend-, Bürgerinnen- und Bürgerbetreuung (kurz 'Kobra') mit Sitz in Landau an, das durch einstimmigen Beschluss mit der 'Moderation' des Vorhabens beauftragt wurde. Dies setzt allerdings noch die Zustimmung der Landesregierung voraus. 'Dorferneuerung, die muss gelebt werden', schloss Spies seine Betrachtungen. Anflügen von Zögern oder mangelndem Selbstvertrauen setzte Ortsbürgermeister Edwin Gensheimer die ermunternde Devise entgegen, Dernbach brauche sein Licht nicht unter den Scheffel zu stellen.

DIE RHEINPFALZ, 28.04.2001)