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Saarbrücken-Burbach: Zukunftswerkstatt für die Spielepunkte am Krenzelsberg

Am 16. uns 17. Februar wuselte es in den Jugendräumen der Evang. Kirchengemeinde Burbach. Über dreissig Kinder im Alter von sieben bis zwölf Jahren trafen sich im Rahmen einer Zukunftswerkstatt, um ihren Ideen, Wünschen und Vorstellungen für die Neugestaltung des Geländes am Krenzelsberg Form zu geben. In der Zukunftswerkstatt, deren Moderation martin Theodor und Eveline Halupczok vom Beratungszentrum für kommunale Kinder- und Jugendbeteiligung (KOBRA) aus Landau/Pfalz übernahmen, durften sie hemmungslos kritisieren, träumen und einen realistischen Plan für den Erlebnisspielraum entwerfen.
Nach einem Kennenlernspiel ging es los mit der Kritikphase: auf Luftballons schrieben die Kids, was ihnen nicht gefällt. So beanstandeten sie unter anderem, dass es in Burvach langweilig sei, Spielplätze oft kaputt oder verdreckt seien und es überhaupt an Platz zum Spielen fehle. Sie bemängelten ebenfalls den übermäßigen Autoverkehr, fehlende Busverbindungen sowie den Schmutz auf dem Burbacher Markt, aber auch Schule und Hausaufgaben waren kritisierte Punkte. Nachdem die Themen vorgelsen und auf der Klagemauer gesammelt worden waren, war es an der Zeit die Luftballons kaputtzumachen.
In der sich anschließenden Phantasiephase ließen die Kids ihren Träumen freien Lauf. Die Frage an sie lautete hier: "Wie sieht Eure Spielinsel AISA eigentlich aus?". Es wurde mit Feuereifer gemalt, geknetet, gebaut und modelliert. Die Wünsche der Kinder gingen von einer Riesen-Rutsche über brücken, Berge und Boote bis hin zu einem Golfplatz. Auch wünschten sie sich Plätze, an denen sie unbeobachtet sind, wie beispielsweise eine Erholungshöhle, einen Heuboden oder einfach einen Platz zum Ausruhen.
Nachdem die Kinder ausgiebig kritisiert und geträumt hatten ging es in die entscheidende Phase: Was können wir überhaupt am Krenzelberg realisieren? Bei diesem Teil der Zukunftswerkstatt stieß Nobert Schäfer, Planer des Ingenieurbüros STADT+NATUR zu der Gruppe hinzu. Erbegleitet die Umgestaltung des Geländes am Krenzelsberg und erstellt die Pläne. Anhand der von den Kindern gebauten und gemalten Modelle wurde gemeinsam über die Ralisierbarkeit ihrer Ideen diskutiert. Die kinder, die Moderatoren und der Architekt kamen schnell zu umsetzbaren Ergebnissen. So sollen Sträucher gepflanzt werden, die sich zum Verstecken eigen. Eine breite Rutsche wird so ins Gelände eingebaut, dass man die Rutschenden nicht erkennen kann. Es soll eine Landschaft mit Hügeln und Tälern entstehen, die gleichzeitig als Labyrinth und fürs Fahrradfahren genutzt werden kann. Hinzu kommt eine Höhle, ein Baumhaus, ein Tunnel, eine Kletterwand und in die Bäume integrierte Schaukeln. Auch ein Dinosaurier aus Steinen, der zum Klettern genutzt werden kann, soll entstehen.
Es gab auch Wünsche, die nicht umsetzbar waren. Dieses konnten die Kinder nachvollziehen und akzeptieren. Martin Theodor von KOBRA erläutert, Kinder müssen auch lernen, dass eben nicht alles was man sich wünsche auch in Erfüllung gehe. Mit dem Ablauf und den Ergebnissen der Zukunftswerkstatt waren die Beteiligten sehr zufrieden. Die Kinder fühlten sich ernst genommen und wären entsprechend mit viel Enthusiasmus bei der Sache gewesen, so Theodor. Auch seien die Kinder bereit, an dem Erlbnisraum Krenzelsberg mitzubauen. Wichtig sei nun, dass auch die Anliegen der Eltern, Anwohner und Jugendlichen eingebracht werden und in die Planung miteinfließen.
Übrigens, das von den Kindern erarbeitet Modell kann bei der Gemeinwesenarbeit Burbach, Serriger Straße 20 besichtigt werden.

Burbacher Dorfblatt, 15.03.2000