Lahnstein: Junge Leute nutzen das Gesprächsangebot
Eine Umfrage unter Lahnsteiner Jugendlichen war der Anfang, jetzt wurden Sie zu einem "Hearing" eingeladen. Die Stadt will mit Ihren jüngeren Bürgern reden und trifft scheinbar auf Zustimmung. Vorschläge gab es zumindest einige, doch wie soll´s jetzt weitergehen?
LAHNSTEIN. Nur sieben Prozent der jungen Lahnsteiner sind mit dem Angebot für Jugendliche in der Stadt zufrieden. Das ist das nachdenklich stimmende Ergebnis der Jugendbefragung, die die Stadt jetzt mit einem Beratungsinstitut zusammen durchführte.
Als Ergänzung zu der Fragenbogenaktion wurden Jugendliche am Montag in die Stadthalle eingeladen um bei einem "Hearing" offen mit den Ansprechpartnern bei der Verwaltung zu sprechen und Ideen und Forderungen an der richtigen Stelle loszuwerden. Dass dazu rund 120 Jugendliche zwischen zwölf und zwanzig Jahren kamen, war nur der erste Etappensieg für die zum Dialog bereite Politik. Denn: Was jetzt mit Vorschlägen der jungen Leute passiert, wird sicher spannender.
Dr.Peter Dell, der die Jugendbefragung(die Ergebnisse werden erst am kommenden Montag offieziell vorgestellt) betreut, wünschte sich, das im lockeren Talk die Dinge zur Sprache kommen, die den Jugendlichen unter den Nägeln brennen. Und so wurde Oberbürgermeister Peter Labonte mit einigen Konkreten Forderungen konfrontiert. Skater-Bahn, Sprayer-Wände, mehr Treffmöglickeiten. Und: Nicht alle Jugendangebote sollten auf die "Hipp-Hopp-Zielgruppe" ausgerichtet sein, es sollte zum Beisspiel mehr Cafe´s geben. Der städtische Konter: Die Skater-Bahn wird kommen, ebenso Wände für Graffiti-Kunst. Und für den Treff habe man ja das JuKz. Darüberhinaus konnte Labonte nichts versprechen: "Ich habe schlieslich kein Portmonaie dabei", sagte er im Gespräch und verwies auf die bestehenden Angebote.
Die Stadt will mit der Jugend reden, nutze beim "Jugenhearing" aber auch die Chance die jüngeren Bürger in die Pflicht zu nehmen. Der Vorschlag, ein Jugenparlament einzurichten, beispielswise fand regen Beifall, einige wollten gleich daran mitarbeiten. Aber Dell´s "Drohung", man müsse sich jetzt treffen um ein "Konzept zu erarbeiten", schien die Jugenlichen dann wiederum nicht gerade vom Hocker zu reißen.
Weitergehen soll es jetzt in jedem Fall mit den vorgetragenen Ideen. Projektgruppen wurden als Lösung in den Raum gestellt. Die Jugendlichen sollten nun mal auch für ihre Interessen eintreten und aktiv werden.
Rhein-Lahn-Zeitung, 05.04.2000
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