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Neunkirchen: Die Jugend, das unbekannt Wesen

Wenn die angesprochenen Schulen und natürlich die Schüler mitziehen, dürfte die großangelegte Jugendbefragung der Stadt Neunkirchen ein Erfolg werden.
Neunkirchen hat für Jugendliche jede Menge zu bieten: Freizeitanlagen, Hallenbad, Kinos, Diskothek, Feste und nicht zuletzte zahlreiche Vereine mit gut funktionierender Jugendarbeit. Aber reicht das aus? Was wünschen sich die Jugendlichen in Ihrer Stadt? Fühlen sie sich Wohl? Wollen sie vielleicht nicht nur konsummieren, sonder auch mitbestimmen, was hier so läuft? Fragen, die in den vergangenen Jahren zwar schon an einzelne Jugendliche gestellt wurden, doch das Gros fiel durch das Raster. So erinnert sich Oberbürgermeister Friedrich Decker an ein Jugendforum im Stadtrat vor einiger Zeit. Damals hatten nur zwei, drei Wortführer ihre Meinung gesagt, der Rest blieb stumm. Jetzt sollen auch weniger Wortgewandte zum Zuge kommen. Der Neunkircher Verwaltungschef stellte gstern der Öffentlichkeit eine große Jugendbefragung unter dem Motto Jugendorientierte Stadt" vor. Die Befragung richtet sich an rund 700 Jugendliche im Alter zwischen 13 und 21 Jahren an allen Neunkircher allgemeinbildenden bzw. berufsbildenden Schulen. Die Aktion wird begleitet und ausgewertet vom Beratungszenrum "Kobra" in der Pfalz, das mit solchen Projekten Erfahrung hat. Neunkirchen hatte die Idee, die Fragenbögen nicht nach Hause zu schicken, sondern in den Schulen während des Unterrichts ausfüllen zu lassen. Deshalb rechnet Decker auch damit, dass alle Bögen ausgefüllt zurück kommen, um ein möglichst repräsentatives Ergebnis zu erhalten. Voraussetzung dafür ist,dass die betreffenden Schulen der Sache aufgeschlossen gegenüberstehen undmitarbeiten. Für kommenden Montag sind alle Eltern- und Schülersprecher sowie die Schulleiter um 19:00 Uhr in die Aula der Gesamtschule Neunkirchen eingeladen ... Die elf ersten Fragen werden von allen Schüllerinnen und SChüleren ausgefüllt, die Fragen 12 bis 17 nur von denen, die im Stadtgebiet Neunkirchen wohnen. Hier geht es nämlich darum, herauszufinden, wer an einem Meinungsaustausch mit dem Stadtrat oder an der Bildung eines Jugendrates interessiert ist. Jugendliche, die einen Coupon mit Ihrem Namen ausfüllen, werden nach der Auswertung der Bögen zu einem solchen Treffen eingeladen. Der Oberbürgermeister kündigte das Ergebnis der Befragung für Februar 2000 an, dann werde es in den jeweiligen Neunkircher Gremien wie Stadtrat oder Beirat für Kriminalitätsbekämpfung diskutiert und konkrete Maßnahmen erörtert. Regelmäßige Befragungen dieser Art seien sinnvoll, denn die Wünsche der Jugendlichen ändern sich schneller als die von Erwachsenen. Decker freut sich:"Ich bin auf das Ergebnis gespannt."

Saarbrücker Zeitung (Neunkirchen), 25.11.1999