Lambsheim: Jugend macht Politikern Vorgaben
"Die Politiker sind jetzt gefordert." as ist für den 1. Beigeordneten der Gemeinde Lambsheim, Erich Eisenbarth, die Konsequenz aus der Jugendbefragung, deren Ergebnisse er am Mittwochabend offiziell vorstellte. Die RHEINPFALZ hatte über die Befragung bereits auf der Jugendseite "XXPRESS" am Mittwoch berichtet.
420 Fragebögen hatte das mit der Umfrage beauftragte Beratungszentrum "Kobra" aus Landau verschickt, 73 Jugendliche zwischen 11 und 17 Jahren haben geantwortet. Den Rücklauf von 17,38 % sieht Projektleiter Peter Dellals ausreichend, um Rückschlüsse auf die Interessen der Jugendlichen zu ziehen ... "Die Politiker müssen sich jetzt sagen lassen, ihr habt etwas gemacht, aber nicht genug", meinte Eisenbarth. Was die Jugendlichen wünschen, sei "in vielen Fällen mit wenig Geld und Aufwand" umzusetzen. Kritik und Anregungen zu Freizeiteinrichtungen, Verkehrsbelangen und anderen Themen seien jetzt bekannt, der Gemeinderat müsse jetzt die Weichen stellen. "Wichtig ist, das die Kinder und Jugendlichen sehen, wir machen hier nicht nur lehre Worte, sondern es passiert wirklich was", sagte der 1. Beigeordnete. Das Jugendhearing am Freitag im Schlosskeller(wir berichteten), bei dem die Ergebnisse der Befragung diskutiert worden waren, sei der erste wichtige Schritt gewesen. In diesem Jahr soll noch ein Hearing sattfinden, vier sollen es pro Jahr zukünftig sein. "Am Ball bleiben" will Eisenbarth ...
Die Kritik am LambsheimerJugendzentrum (JUZ) sei "zum Teil berechtigt", sagte Jugendpfleger Christian Bach-Härdle. Allerdings habe das JUZ einen festen Stamm von 30 bis 50 Besuchern an den drei Werktagen an denen das Haus geöffnet ist. Problematisch sieht Bach-Härdle die Altersstruktur der JUZ-Besucher:"Wir haben ein Loch zwischen 14 und 17 Jahren." Viele Besucher seien 11 bis 13 Jahre alt, andere schon 18 bis 22 . AUch Eisenbarth verteidigte das JUZ:" Mann darf nicht nur das Haus alleine sehen, sondern auch Aktionen und Projekte." Acht Arbeitsgruppen als ein Ergebniss der Jugendbefragung werden sich nach den Ferien erstmals treffen. Gemeldet haben sich im Schnitt 8 bis 10 Jugendliche. Erarbeitet werden soll eine Jugendseite für das Amtsblatt. JUZ und Bolzplätze sollen mit Beteiligung der Jugendlichen saniert werden. Zwei Gruppen befassen sich mit Plänen für ein Streethockey- und ein Basketballfeld, eine weitere nimmt sich der Rad- und der Schulwege der Gemeinde an.
Das politisch schwierigste Them hat sich eine ander Gruppe erkoren: Freibad Lambsheim. Hier sollen Ideen für die mögliche Nutzung diskutiert werden ... Mit Blick auf die beim Kreis laufenden Gespräche um die Zukunft des Bades hält er sich bedeckt:"Ich will niemandem Futter liefern." Sicher sei nur eines:"In der Saison 2000 wird das Bad definitiv nicht geöffnet."
Die Rheinpfalz (Frankental) 08.10.1999
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